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Stadtteilmütter in Neukölln

Im Projekt Stadtteilmütter in Neukölln werden arbeitslose Mütter nicht deutscher Herkunft in zehn Themen zur Erziehung, Bildung und Gesundheit qualifiziert. Die Frauen sind vorrangig türkisch oder arabisch sprechende Muttersprachlerinnen.

Sechs Monate dauert der Qualifizierungskurs. Danach geben die geschulten Stadtteilmütter ihr Wissen weiter und besuchen andere Familien ihrer Communities in den Quartiersmanagementgebieten Nord-Neuköllns und der Gropiusstadt. Jede Familie wird 10 x besucht und erhält umfängliche Informationen und Materialien von "ihrer Stadtteilmutter“, die zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Erziehungsverhalten motivieren und konkrete Hilfen im Bezirk aufzeigen. Die Besuche sind kostenlos und richten sich an interessierte Mütter und Eltern unabhängig von Konfession und Nationalität.

Themen der Stadtteilmütter

  • Spracherziehung (Deutscherwerb und Förderung der Familiensprache)
  • Kindertagesstätten/Schulsystem
  • Gewaltfreie Erziehung/Rechte des Kindes
  • Körperliche und seelische Entwicklung
  • Gesunde Ernährung
  • Motorische Entwicklung/Sport und Bewegung
  • Sexualentwicklung/Geschlechterrollen
  • Suchtvorbeugung
  • Umgang mit Fernsehen, Computer
  • Verhütung von Kinderunfällen

Projektziele der Stadtteilmütter in Neukölln

  • Förderung der Sprachfähigkeiten von Kindern und Eltern
  • Ermutigung und Sensibilisierung der Eltern ihre Erziehungsverantwortung aktiv wahrzunehmen
  • Vorstellung der Arbeit der Kindertagesstätten und Werbung für den frühen Kitabesuch
  • Wahrnehmung und Stärkung der Eigenpotenziale der Eltern
  • Vermittlung konkreter Hilfen und Informationen für Familien im Kiez und Bezirk
  • Förderung der Kommunikation und Interaktion zwischen Eltern und Kindern
  • Stärkung des Selbstbewusstseins der Eltern im Umgang mit den Bildungseinrichtungen
  • Qualifizierung und Förderung erwerbsloser Migrantinnen

Grundsätze der Arbeit

Unsere Arbeit gründet auf Respekt und Wertschätzung für die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Lebenswelten und Lebensentwürfe der Familien. Wir verfolgen einen partizipatorischen Ansatz, der auf den Ressourcen und Stärken der Eltern aufbaut.

Finanzierung und Kooperationen

Die Stadtteilmütter werden sozialpädagogisch begleitet und im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme, finanziert über das JobCenter Neukölln, mit 30 Wochenstunden befristet angestellt oder sie werden geringfügig auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. Das Projekt kooperiert vor Ort sehr eng mit den Quartiersbüros, Kindertagesstätten, Grundschulen, Eltern- und Nachbarschaftstreffs sowie mit Beratungsdiensten und der Jugendhilfe.

Seit Dezember 2013 konnten wir erst zehn, indessen elf erfahrenen Stadtteilmüttern eine feste Anstellung als Integrationslotsinnen in unserem Projekt geben. Die Finanzierung dieser Stellen wird über das Landesrahmenprogramm Integrationslotsinnen gesichert, das durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen vergeben wird. Die elf Stadtteilmütter-Lotsinnen arbeiten eng vernetzt mit dem Neuköllner Kinder- und Jugendgesundheitsdienst und beraten, begleiten und unterstützen (neu) eingewanderte und geflüchtete Familien.

Foto © Bezirksamt Neukölln/Tan


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