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15 Jahre Kompetenz für Menschen mit Demenz

Diakonie Haltestellen veranstalten Tage der offenen Tür

Diakonie Haltestellen feiern 15 Jahre Freiwilligenarbeit

Mehr als 120.000 Stunden: so viel Zeit haben Freiwillige seit 2006 Menschen mit einem Pflegegrad geschenkt. Viele der 553 Klient*innen, die seitdem in den Diakonie Haltestellen im Diakoniewerk Simeon betreut wurden, sind an einer Demenz erkrankt. Über 250 Menschen haben sich für sie freiwillig engagiert und in Besuchsdiensten und Betreuungsgruppen mitgewirkt.

Das feiern die drei Standorte im September mit Tagen der offenen Tür:

  • Samstag, 11. September: Standort Tempelhof-Schöneberg
  • Dienstag, 14. September: Standort Neukölln Süd/ Treptow
  • Samstag, 18. September: Standort Neukölln Nord
  • jeweils von 11 bis 16 Uhr

Um die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können, wird um Anmeldung gebeten.

Beispiele aus der Betreuung – Mitmachen erwünscht

Die Tage der offenen Tür gewähren einen Einblick in Arbeit und Entwicklung der Haltestellen. Mitarbeitende und Freiwillige stehen für Informationen und Gespräche bereit. Sie informieren über Besuche zu Hause und über Gruppenangebote und stellen Spiele, Beispiele für Gedächtnisaktivierung und andere Anregungen aus dem Betreuungsalltag vor. Ausprobieren und Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Die Projektkoordinatorinnen beraten zu den Leistungsangeboten, individuelle Termine können vor Ort vereinbart werden.

Pflegebedürftige begleiten – Angehörige entlasten

„Wir wollen ins Gespräch kommen und zeigen, dass unsere Angebote auch unter Pandemiebedingungen gut funktionieren“, sagt Sabine Oldenburg, Leitung der Diakonie Haltestellen im Diakoniewerk Simeon.

Gerade zu Beginn einer Demenzerkrankung bräuchten Betroffene und ihre Familien eine gute Beratung. „Das Thema macht noch immer Angst, auch wenn es darum geht, sich Hilfe zu suchen. Wenn das Loslassen schwer fällt, vermitteln wir: Während Sie diese Stunden für sich haben dürfen, kümmern wir uns um ihre*n Angehörige*n. Unsere Klient*innen werden angenommen, wie sie sind, müssen nichts leisten und können nichts falsch machen.“

Freiwillige werden Teil der Familie

Sabine Oldenburg unterstreicht den Erfolg des 15-jährigen Angebots: „Die Rückmeldung ist, dass die Betreuten entspannter und fröhlicher sind. Das wirkt sich auch auf das Miteinander zuhause positiv aus.“
Durch eine Demenz brechen oft für beide Partner Kontakte, die im Alter ohnehin abnehmen, weg. Freiwillige werden dann nicht selten Teil der Familie – ein*e zuverlässige*r Begleiter*in für den erkrankten Menschen und Ansprechpartner*in für Angehörige. „Anfangs fühlen sich Pflegende vom Umfeld oft unverstanden: Im täglichen Kontakt bemerken sie die Veränderungen, die andere aber nicht wahrnehmen. Es belastet zusätzlich, wenn ihnen vermittelt wird, dass sie übertreiben oder sich alles nur einbilden.“

Trotz Einschränkungen eine schöne Zeit schenken

Die Freiwilligen kennen solche Sorgen, doch richten ihren Blick auf das Positive: Trotz Einschränkungen eine schöne Zeit zu schenken und Wohlbefinden zu ermöglichen, wie Sabine Oldenburg sagt. „Ich erlebe jeden Tag in dieser Arbeit, dass ein Leben für einen Menschen mit Demenz und mit ihm noch sehr lebenswert sein kann.“

Geschichte der Diakonie Haltestellen

Die Diakonie Haltestellen starteten als Modellprojekt auf Initiative des Evangelischen Verbands für Altenarbeit und pflegerische Dienste (EVAP). Von 2004 bis 2006 wurde das Angebot, angegliedert an ambulante Diakonie-Stationen in Kreuzberg, Niederschönhausen und Zehlendorf, erprobt. Bald darauf folgte der Aufbau weiterer Haltestellen – insbesondere 2006, als auch das Diakoniewerk Simeon seine Standorte eröffnete.

Alle Infos auf dem Flyer zum Tag der offenen Tür