"Ein Modell mit Vorbildcharakter" – Grundstein für die Tee- und Wärmestube Plus in Neukölln gelegt

Elke Büdenbender und Franziska Giffey würdigen das Projekt

 

Berlin-Neukölln, 24. März – In Anwesenheit von Elke Büdenbender und Franziska Giffey wurde heute auf der Neuköllner Schillerpromenade der Grundstein für die Tee- und Wärmestube Plus gelegt.  „Heute legen wir hier ein Fundament aus Beton“, so Elke Büdenbender, „aber auch ein Fundament aus Verantwortung und Solidarität“.

Die Tee- und Wärmestube Plus soll die Arbeit der bisherigen Tee- und Wärmestube Neukölln fortführen. Sie ist seit 40 Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die von Armut, Wohnungs- oder Obdachlosigkeit betroffen sind. Täglich finden sie dort warme Mahlzeiten, Waschmöglichkeiten, eine Kleiderkammer sowie professionelle Beratung und verlässliche Begleitung. Da der Mietvertrag für die bisherigen Räume in der Weisestraße nicht verlängert wurde, haben sich der Evangelische Kirchenkreis Neukölln und das Diakoniewerk Simeon entschieden, diese wichtige Arbeit dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln. Auf kirchlichem Grund entsteht nun ein moderner Neubau – in unmittelbarer Nähe zum bisherigen Standort.

 

„Angesichts wachsender Armut und steigender Wohnungslosigkeit ist es uns als Kirche ein Anliegen, hier in Nord-Neukölln präsent zu bleiben und die sozial-diakonische Arbeit auszubauen“, sagt Dr. Christian Nottmeier, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln. „Mit der Tee- und Wärmestube Plus entsteht ein Ort der Würde und der Teilhabe – mitten im Schillerkiez. Er soll Menschen stärken, statt sie weiter zu verdrängen“.

 

Neben den bewährten niedrigschwelligen Hilfsangeboten wird die neue Tee- und Wärmestube Plus um ein zentrales Element erweitert: 16 längerfristig bewohnbare Einzelappartements schaffen dringend benötigten Wohnraum für Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen. Ziel ist es, die Bewohner*innen ohne zeitlichen Druck in eigenen Wohnraum zu vermitteln. Dieses „Plus“ – Wohnen auf Zeit – eröffnet Menschen neue Perspektiven und ermöglicht Stabilisierung und Teilhabe, begleitet durch professionelle Sozialarbeit.

 

„Die Verbindung aus niedrigschwelliger Unterstützung im Alltag und echten Perspektiven durch Wohnen und Beratung ist genau der richtige Ansatz im Umgang mit Obdachlosigkeit“, sagte Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Bürgermeisterin von Berlin, „ein Modell mit Vorbildcharakter, das auch für andere Orte in der Stadt wegweisend sein kann“. „Hier in Neukölln entsteht ein Pilotprojekt, das zeigt, wie wir als Gesellschaft mit Armut und Obdachlosigkeit umgehen können und die Welt ein bisschen besser machen“, sagte auch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister von Neukölln.

 

„Mit dem neuen Standort schaffen wir verlässlichen Raum für Menschen, die Unterstützung benötigen. Gerade angesichts wachsender sozialer Ungleichheit ist es entscheidend, konkrete Lösungen vor Ort umzusetzen“, so Dr. Oliver Unglaube, Geschäftsführer des Diakoniewerkes Simeon und Sprecher der Geschäftsführung. „Ein sicheres Zuhause, Schutz und gesellschaftliche Teilhabe sind keine Privilegien, sondern grundlegende Rechte, die allen Menschen zustehen“.

 

Die Fertigstellung des Baus mit einem Bauvolumen von 5,3 Mio Euro ist bis Ende 2027 geplant. Bauherr ist der Ev. Kirchenkreis Neukölln, Träger der Einrichtung wird das Diakoniewerk Simeon. Das Projekt wird vom Kirchenkreis Neukölln finanziert und u.a. durch Fördermittel der Lottostiftung unterstützt. „Kirche, Diakonie, Politik, Verwaltung, Förderer und Unterstützer haben gemeinsam daran gearbeitet, diesen Ort möglich zu machen.“, so Elke Büdenbender, „Lösungen erfordern Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“

 

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